Musikalisch hat sich Raphael Kestler für das Gefühl entschieden.
Raphael Kestlers Debütalbum will nicht progressiv sein. Eher ist es eine Rückbesinnung an die Langsamkeit des Lebens. „m. zieht aufs Land“ heißt es; der Titel hält was er verspricht.
Die Atemlosigkeit des Stadtlebens ist von den zehn Songs sehr weit weg. Jedes Lied ist ein Rückzugsort, ein Innehalten und ein kleiner Appell an die Natürlichkeit sowie an das Gefühl statt dem ewigen Rausch. „Wie lange reicht dein Atem? Wir bleiben, halten still“, singt er beispielsweise in dem Lied „Freiheit im ¾ Takt“.
Auch musikalisch hat sich Raphael Kestler für das Gefühl entschieden. Trotzdem finden sich auf dem Album keine kitschüberfrachteten Popballaden. Das wäre auch viel zu groß, viel zu schwer. Die Leichtigkeit dominiert die einzelnen Stücke, mal spielerisch, mal mit Beat, während die begleitende Band, Manuel Zwanzger (Gitarre), Simon Vater (Bassklarinette), Florian Fischer (Percussions), Claudia Trinczek (Gesang) diesen Charakter der Lieder noch verstärkt. Der junge Songwriter hatte lange nach einem passenden Format für seine Musik gesucht, zahlreiche Demos aufgenommen, bis er es jetzt gemeinsam mit Sven Gallenbacher beim Erlanger Label Indie Records gefunden hat.